Dienstag, 22. Mai 2018

Der erste Schritt zur Trennung von Staat und Kirche

Wer etwas bewegen möchte, kann beim Bundestag Petitionen einreichen. Übrigens, ist der sicherste Weg, dass Petitionen auch wirklich beim Bundestag ankommen, sie direkt beim Bundestag einzureichen.

Ich habe schon häufiger Petitionen eingereicht. Allerdings waren sie entweder von mir nicht als öffentlich eingereicht oder befinden sich noch in der Prüfung.

Meine erste öffentliche Petition ist jetzt Online und wartet auf Mitzeichnende.

Es geht in der Petition um die Trennung von Staat und Kirche. Um die Abschaffung der Zwangsfeiertag zu christlichen Anlässen. Um einen freieren Umgang und mehr Selbstbestimmung bei der Festlegung von Feiertagen, so wie es in England und meines Wissens auch in Italien der Fall ist.

Bitte zeichnet die Petition mit ...

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_03/_31/Petition_77675.html

Samstag, 12. Mai 2018

T-Mobile kann es nicht lassen ....

Um die Telefonrechnung beim Finanzamt einreichen zu können, brauche ich sie auf Papier.

Schon beim Vertragsabschluss habe ich auf die Papierrechnung bestanden und darauf hingewiesen, dass eine Änderung der Form der Rechnungsstellung in meinen Augen zur fristlosen Kündigung berechtigt.

Im April meinte dann die Telekom, meine T-Mobile-Rechnung dreist als E-Mail zu versenden. Nicht etwa an meine Firmenadresse - nein, an die private.

Woher sie meine E-Mail-Adresse hatten, ist mir schleierhaft, denn ich hatte niemals der Speicherung einer E-Mail-Adresse zugestimmt.

Ich rief den Kundenservice an und verlangte die Umgehende Löschung der E-Mail-Adresse, da ich für die Speicherung ja nie eine Einwilligung gegeben habe und die Speicherung damit unzulässig ist.

Ich bat um die Papierrechnung. Angeblich wurde das auch wieder zurückgestellt und es sollte mir die Rechnung für April per Papier zugehen. Ist sie bis jetzt nicht.

Stattdessen erhielt ich ein Schreiben, dass ich die Rechnungen jetzt in irgendeinem Portal einsehen könne. Wenn ich die Rechnungen auf Papier bräuchte, könnte ich sie ja ausdrucken.

Wohin ich die Rechnung für die Druckkosten schicken soll, stand da leider nicht dabei.

Ich rief also wieder die Hotline an.

Es täte Ihnen Leid, natürlich würden ich die Rechnungen weiter auf Papier zugesendet bekommen. Es wäre auch schon umgestellt. Der Brief hätte sich wohl mit meinem letzten Anruf überschnitten.

Was bitte soll das? Ich kenne so viele Leute, die nicht mal einen Computer haben. Die das Handy nur zum telefonieren brauchen. Die eine Handy-App schon allein auf grund von Sehschwächen nicht bedienen können.

Sonntag, 8. April 2018

Tupperware und die Steuer

Ich habe gesehen, dass viele meinen Blogbeitrag von April 2016, Rechnet sich der Job als Tupperware Beraterin, gefunden haben, weil sie nach "Tupperware" und "Steuern" gesucht haben.

Die Frage nach der Steuer, vor allem nach der Umsatzsteuer, habe ich 2015/2016 auch immer wieder gestellt. Was versteuert die Beraterin? Wer zahlt die Umsatzsteuer für die Ware?

Wie ich schon sagte, sind meine Erfahrungen aus Ende 2015 / Anfang 2016. Es kann sich mittlerweile geändert haben.

Andere Firmen, die ihre Verkaufsveranstaltungen auch im Kunden-Wohnzimmer durchführen, haben häufig andere Verträge. Bei anderen Firmen arbeitet die Beraterin häufig als Händlerin und nicht, wie bei Tupperware, als Handelsvertreterin.

Was versteuert die Beraterin?


Die Beraterin hatte einen Vertrag als Handelsvertreterin. Sie arbeitet im Namen und Auftrag der Bezirkshandlung. Sie ist natürlich verpflichtet, Ihr Einkommen zu versteuern. Da sie als selbständige Unternehmerin im Auftrag der Bezirkshandlung arbeitet, zahlt sie natürlich Umsatzsteuer auf ihre Einnahmen. Es sei denn, sie hat sich als Kleinunternehmer beim Finanzamt eintragen lassen.

Auf die Ware, die an den Endkunden geliefert geht, zahlt sie in keinem Fall Umsatzsteuer. Im Beiblatt zum Vertrag wurde sogar explizit darauf hingewiesen, dass die Beraterin stets nur ihre Provision zu versteuern hat.

Die Beraterin sammelt das Geld der Kaufenden ein und gibt es in der Bezirkshandlung ab. Die Beraterin bekam eine Abrechnung, auf der, in meinen Augen fälschlich, Rechnung stand. Eine echte Rechnung war das nicht, denn es fehlte die Angabe der enthaltenen Umsatzsteuer für die Ware, die an die Endkunden geliefert wurde. 

Es war lediglich die Umsatzsteuer für Muster und Arbeitsmaterial wie Klemmbretter, Tüten usw. ausgewiesen.

Wer stellt Rechnungen / Quittungen aus?


Meine Erfahrung ist, dass viele Kunden nach ordentlichen Rechnungen fragen. Wer aber schreibt diese Rechnungen? 

ACHTUNG! 
Wer die Rechnung schreibt, zahlt die Umsatzsteuer. 

Die Bezirkshandlung für die ich tätig war, wollte immer, dass die Beraterinnen den Kunden Rechnungen schreiben bzw. sollten sich die Beraterinnen einen Quittungsblock besorgen und den Kunden Quittungen ausstellen.

VORSICHT FALLE!

Wer Rechnungen / Quittungen ausstellt, ist für die Versteuerung der Ware verantwortlich. 

Die Bezirkshandlung wollte, trotz anders lautender Verträge, stets, dass die Beraterinnen die Rechnungen / Quittungen ausstellen. Sie kommunizierten das sogar gegenüber Kunden.

Beraterinnen sollten hier aufpassen und in keinem Fall Rechnungen oder Quittungen schreiben. Wenn der Kunde die Ware ohne ordentliche Rechnung nicht entgegen nimmt, dann ist das so.

Freitag, 30. März 2018

HomeOffice - Arbeiten am Wohnort

Die Software-Firma MySQL AB in Schweden¹ war Vorreiter, was das Thema Home Office angeht. Sie wollten die besten Entwicklerinnen und Entwickler der Welt beschäftigen ohne sie zu entwurzeln. Dafür entwickelten sie Prozesse und Strukturen, so dass alle Beschäftigten bequem von ihren Wohnorten arbeiten konnte.

Ich war ab 2007 bei MySQL angestellt und fand ausschließlich zufriedene Beschäftigte vor. Fluktuation gab es eigentlich nur im Sales-Bereich. Die technischen Beschäftigten wechselten zwar hin und wieder die Teams, blieben aber im Unternehmen. Es war wie eine große Familie. Die geringe Fluktuation und hohe Zufriedenheit hatte natürlich eine hohe Effektivität zur Folge.

Als wir 2009 für eine Milliarde Dollar an Sun Microsystems verkauft wurden, lernten wir bei Sun Kollegen kennen, die im Home Office absolut unzufrieden waren. Sun hatte in Deutschland, um Geld zu sparen, einige Standorte geschlossen und die Beschäftigten völlig unvorbereitet und ohne Hilfestellung ins Home Office geschickt, ohne interne Prozesse und Strukturen dafür anzupassen.

Darüber hinaus gab es bei Sun die Möglichkeit der Mischung von Arbeiten in einem Standort und zu Hause. Modelle wie, zwei Tage daheim, drei Tage Büro. Das ist ein völlig anderes Modell und hat mit dem echten Home Office kaum etwas gemeinsam.

Das echte Home Office bedeutet, die Beschäftigten haben keinen Arbeitsplatz am Firmenstandort. Sie arbeiten, solange sie nicht bei Kunden vor Ort sind, ausschließlich in der Nähe ihres Wohnortes. Home Office heisst nicht zwingend, dass die Beschäftigten bei sich zu Hause sitzen, sie können sich ihren Arbeitsplatz durchaus auch in einem Co-Working-Space oder Gemeinschaftsbüro oder sonst wo einrichten. Der Arbeitsplatz selbst, sollte lediglich in der Nähe des Wohnortes sein. Wegen Feiertags- und eventueller, anderer länderspezifischen Regelungen, sollte der Arbeitsplatz im selben Bundesland sein, wie der Wohnort.

Was die Kosten für Arbeitgebende angeht, so werden beim echten Home Office im Vergleich zur Bereitstellung von Gebäuden, Büroeinrichtungen usw. keine Kosten gespart.

Beim echten Home Office können Beschäftigte den Arbeitsplatz von der Steuer absetzen. Die Arbeitgeberin hat sich selbstverständlich in angemessener Weise an den Kosten für Strom, Internet, Telefon, Heizung, Raumausstattung, Raummiete und so weiter zu beteiligen.

Beim drei-zwei-Modell fehlen gesetzliche Regelungen. Da den Beschäftigten ja ein Arbeitsplatz am Standort bereit gestellt wird, ist es nicht nur schwierig, das heimische Büro von der Steuer abzusetzen, sondern auch die Übernahme der anderen Kosten durch die Arbeitgeberin ist gesetzlich nicht eindeutig vorgeschrieben.


¹ MySQL AB wurde 2009 für eine Milliarde Dollar an Sun Microsystems verkauft, die 2010 an Oracle verkauft wurden.

Dienstag, 27. März 2018

Späterer Schulstart im Westen entspricht der natürlichen Zeit

In NRW wird überlegt, dass Schulen erst um 8:30 starten sollten, da Forscher herausgefunden haben, dass das effektiver sei. Kein Wunder, denn ein Schulstart um 8:30 Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) bzw. Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) entspricht in den Ländern: Baden Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland Pfalz, Saarland und Schleswig Holstein etwa der natürlichen lokalen Zeit von 8:00 im Winter und 7:00 im Sommer.

Was? Hä? Wie Bitte?

Bevor ich es detailiert erkläre, hier die Übersicht, was bestimmte Vorgaben und Anfangszeiten in der natürlichen, lokalen Zeit der genannten Bundesländer bedeuten:

Mitteleuropäische (Sommer) Zeit
MEZ / MESZ
natürliche lokale Zeit im Winter natürliche lokale Zeit im Sommer
Schulstart 8:00 7:30 6:30
Mittag 12:00 11:30 10:30
Mitternacht 0:00 23:30 22:30
Nachtruhe / Nachtarbeit 22:00 bis 6:00 21:30 bis 5:30 20:30 bis 4:30
Bürozeit 8:00 bis 17:00 7:30 bis 16:30 6:30 bis 15:30
Ladenöffnung Innenstadt 10:00 bis 20:00 9:30 bis 19:30 8:30 bis 18:30
Ladenöffnung Supermarkt 7:00 bis 22:00 6:30 bis 21:30 5:30 bis 20:30
Wochenmarkt 7:00 bis 13:00 6:30 bis 12:30 5:30 bis 11:30


Anhand der Tabelle wird klar, warum in den westlichen Ländern ein späterer Schulstart, ein späterer Bürostart, spätere Öffnungszeiten und so weiter durchaus sinnvoll sind. Eine Alternative wäre, die Uhrzeit anzupassen. Das würde aber vermutlich zu viele Menschen, die bis jetzt noch keinen Umgang mit UTC haben, verwirren.

Jetzt aber zur Erläuterung:
  • Wir erinnern uns: 12 Uhr ist, wenn die Sonne am höchsten steht. 
  • Es wurde sich weltweit darauf geeinigt, dass der Nullmeridian durch Greenwich verläuft.
  • Greenwich Mean Time (GMT) ist die Vorlage für die koordinierte Weltzeit, in französisch: Temps Universel Coordonné (UTC), in englisch: coordinated universal time
  • Der Unterschied zwischen GMT und UTC ist, dass bei UTC zusätzlich Schaltsekunden berücksichtigt werden.
  • Computer, Reiseverkehr per Luft, Bahn und Schiff und vieles Andere, das weltweit / internationale / global abgestimmt wird, rechnet mit Uhrzeiten in UTC 
Wir haben also längst eine Weltzeit, die sich UTC nennt. Alle Zeitzonen sind heutzutage nach UTC ausgerichtet. MEZ ist dabei UTC + 1 Stunde, MESZ entsprechend UTC + 2 Stunden. Plus, weil wir uns östlich vom in England gelegenen Greenwich befinden und durch die Erddrehung die Sonne bei uns früher aufgeht, als in England.

Plus bedeutet vor Greenwich oder auch östlich von 0, minus nach Greenwich oder westlich von 0.

Zeitzonen werden anhand der Längengerade berechnet. Die Erde braucht 24 Stunden, um sich einmal um die eigenen Achse, also 360°, zu drehen.

360° : 24 Stunden = 15° pro Stunde

Das bedeutet, die Sonne geht am 15. Längengrad Ost eine Stunde früher auf, als am Nullmeridian und am 15. Längengrad West entsprechend eine Stunde später.

Wir sind östlich, dass heisst, bei uns geht die Sonne früher auf, erreicht früher ihren höchsten Stand und geht früher unter.

MEZ ist UTC+1, dass heisst, das Zentrum von MEZ liegt also bei 15° östlicher Länge. Wo aber ist das?

Deutschland westlicher Punkt liegt bei 5,55° östlicher Länge und der östlichste bei 14,65° östlicher Länge. Der 15. Längengrad und damit das Zentrum von MEZ liegt also östlich von Deutschland.

Das Zentrum des Halbstundenversatz zum Nullmeridian - also UTC + 0,5 Stunden - liegt bei 7,5° östlicher Länge. Das ist ungefähr die Linie: Helgoland - Jever - Hamm - Bingen am Rhein - Kaiserslautern - Freiburg im Breisgau.

Wenn wir jetzt eine Abweichung von 15 Minuten einrechnen, geht der Halbstundenversatz von 3,75° Ost bis 11,25° Ost. In diesem Bereich liegen die oben aufgeführten Bundesländer: BaWü, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig Holstein.

Die natürliche lokale Zeit ist in diesen Ländern also UTC+0,5 und daher ist es nicht verwunderlich, dass ein späterer Schulstart und andere Anpassungen förderlich sind.

Sonntag, 25. März 2018

Was ist eigentlich Consulting?

Trainer und Consultant ist eine in der IT weit verbreitete Berufsbezeichnet. Entweder als Junior oder als Senior oder einfach nur Trainer und Consultant. Was aber genau macht ein IT-Trainer und Consultant? Und welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich?

Trainer sind Schulende, Ausblindende, Lehrende. Sie vermitteln Fachwissen. Zum Beispiel bringen Sie Administratoren bei, wie eine bestimmte Software installiert, frisiert, gewartet, aktualisiert oder verfügbar gemacht wird, Programmierern bringen sie eine Programmiersprache bei. Verwaltern (Managern) erklären sie, was beim Thema Datenschutz oder Datensicherheit zu beachten ist und so weiter.

Die Übersetzung für Consulting ist Beratung. Genau das machen Consultant. Sie beraten Unternehmen. Sie lassen sich zum Beispiel von den Administratoren oder Programmierern die aufgetretenen Probleme zeigen und geben Tipps und Tricks zur Lösung. Sie beraten, welche Backup- und Verfügbarkeitsstrategien für das Unternehmen sinnvoll ist, welche Hardware oder Software eingesetzt werden könnte, sie helfen bei der Findung von Businessstrategien und so weiter.  Darüber hinaus schreiben Consultant auf Verlangen auch schon mal Stellungnahmen.

Der Übergang vom Trainer zum Consultant ist fliessend. Beide vermitteln Fachwissen und helfen beratend Unternehmen, Administratoren und Entwicklern bei der Lösung oder Lösungsfindung ihrer Probleme. Daneben wird bei schwierigen Operationen gerne ein Consultant gerufen, der zum einen die Ausführung beratend begleitet und zum anderen beruhigend während der Ausführung zur Seite steht.

Ein echter Consultant nimmt niemals die Tastatur des Kunden in die Hand. Ein echter Consultant greift niemals selbst aktiv in die Systeme des Kunden ein. Ein echter Consultant steht beratend zur Seite. Das hat zum einen natürlich auch Haftungshintergründe, zum anderen ist die Berufung eines Consultant, anderen sein Wissen weiter zu geben, damit sie zukünftig eigenverantwortlich und selbständig ihre Probleme lösen können.

Immer wieder werden angebliche Consultant-Verträge geschlossen, die eher einer Arbeitnehmerüberlassung ähneln. Verträge, bei denen dann der Consultant selbst als Administrator oder Programmierer die Probleme des Kunden beheben soll. Das hat mit Beratung wenig gemeinsam und ist lediglich eine falsche Bezeichnung für die Tätigkeit. In anderen Branchen wird es Techniker oder Handwerker genannt.

IT-Trainer und Consultant haben in der Regel studiert und einen besonderen Bezug zu dem Fachgebiet, in dem sie aktiv sind. Entweder sind oder waren sie selbst an der Entwicklung des Produktes beteiligt oder stehen dem Produkt und den Herstellern sehr nahe. Es ist ein ganz eigenständiger Beruf, der neben viel Erfahrung und hoher Expertise entweder ein abgeschlossenes Studium, einen Abschluss als Meister in der Fachinformatik oder zumindest hohe Fachexpertise plus Abschluss eines Ausbilderscheins erfordert.


Samstag, 24. März 2018

Tips und Tricks zum Schreiben in Englisch

Der Chemnitzer Linuxtag war super! Viele Besucher, viele bekannte Gesichter, viele spannende Vorträge, viel Socialising. Ich hatte Euch versprochen, meine Folien zum Englisch-Vortrag zu veröffentlichen, damit Ihr die dort erwähnten Links habt.

Hier sind sie:
https://drive.google.com/file/d/1cQjSvuILSqaSxmzmhsByAB-diqdBCH8j/view?usp=sharing